Klartext

„SPIEGEL“ bestätigt RSH: Polizei steckt hinter Anwerbeversuch in Nürnberg

 

Nun hat sich bestätigt, was die Rot-Schwarze Hilfe bereits am 01. August 2012 berichtete. Das Nachrichtenmagazin „DER SPIEGEL“ schreibt in seiner heutigen Online-Ausgabe unter dem Titel Schnüffler in der Fanszene, dass die bayerische Polizei hinter dem Anwerbeversuch in der Nürnberger Fußballszene steckt. Mithilfe eines Informanten wollten die Ermittler aus München den angeblichen Fahnenklau des Banners „Südkurve - Herz und Seele des Vereins“ der Münchner Schickeria aufklären.

Ein junger Nürnberger Fußballfan war kürzlich in einem Imbiss seines Heimatortes von einem fremden Mann angesprochen worden. Der Mann hatte das RSH-Mitglied als V-Mann gewinnen wollen und unter Vorhalt eines „Ausweises“ behauptet, ein Mitarbeiter des Innenministeriums zu sein.

 

Damit steht fest, dass mittlerweile gegen Fußballfans mit Beschattungen, Anwerbeversuchen unter Verwendung irreführender „Ausweise“ sowie Hausdurchsuchungen gearbeitet wird - so als ob es gelte, Schwerstkriminalität zu bekämpfen.

 

Hausdurchsuchung: Staatsanwalt nennt seinen „Informanten“ nicht

Die V-Mann-Aktion stellt eine Zuspitzung der Ereignisse im Zusammenhang mit der Suche nach dem Banner „Südkurve - Herz und Seele des Vereins“ dar. Zur Erinnerung: Im März 2012 rückte die Kripo München unterstützt von USK-Beamten aus Nürnberg in einer Privatwohnung und Gruppenräumlichkeiten in Nürnberg an. Die RSH berichtete über das Fiasko dieser ergebnislosen Maßnahme.

Der bei der Staatsanwaltschaft München für Fußballsachen zuständige Staatsanwalt steht aufgrund der rechtlich fragwürdigen Durchsuchungsaktion selbst unter erheblichem Erfolgsdruck. Hat er die V-Mann-Aktion angeordnet?

Die Münchner Justiz hatte aufgrund von Internetberichten, wonach das Banner der Münchner Schickeria auf dem Heimtransport vom Stadion entwendet worden sei, ein Ermittlungsverfahren eingeleitet und mehrere Mitglieder der Schickeria erheblich unter Druck gesetzt, um an Aussagen zu gelangen.

 

Nürnberger Polizei brüskiert

Es kam zu einem Kontakt des Staatsanwalts mit einem ihm angeblich als zuverlässig bekannten Informanten. Offenbar arbeitet man in München regelmäßig mit „Informanten“ zusammen. Dem wurde zugesichert, dass sein Name keinesfalls preisgegeben wird. Er behauptete, Verbindungen zu einer Fangruppierung des TSV 1860 München zu haben und wisse, dass sich das Banner bei der später durchsuchten Gruppe Nürnberger Fußballfans befunden habe.

Die Beamten der Polizeiinspektion Nürnberg-Süd erläuterten dagegen den Münchner Kollegen, sie wüssten nicht, ob das Banner sich in Nürnberg befände. Dass es sich in Gruppenräumlichkeiten oder bei „Führungspersönlichkeiten“ in der Wohnung befinde, hielten die Nürnberger „Szenekundigen Beamten“ für äußerst unwahrscheinlich.

Der Staatsanwalt aus München aber meinte, es besser zu wissen, und beantragte Durchsuchungsbeschlüsse beim Amtsgericht München. Das Ergebnis ist hinlänglich bekannt. Gefunden wurde ein Transparent. „Freiheit für Ultras“ stand darauf.

Nun sollte offenbar eine neue Quelle gefunden werden. Da den Ermittlungsbehörden mittlerweile alles zuzutrauen ist, besteht auch weiterhin die Gefahr, dass mit weiteren Anwerbeversuchen und Beschattungsmaßnahmen zu rechnen ist.